Europa-Union informiert sich über EU-Beitrittskandidaten Bosnien und Herzegowina

Die Arbeitsgemeinschaft Donauraumstrategie der Europa-Union hat ihre fünfte Informationsreise nach Bosnien und Herzegowina durchgeführt. Organisiert wurde die Reise federführend von Werner Henn, Vorsitzender des Kreisverbandes Baden-Baden/Rastatt und Sprecher der AG Donauraumstrategie. Die 22-köpfige Reisegruppe, der auch Mitglieder des Landesverbandes Bayern angehörten, erhielt dabei vielfältige Einblicke in Geschichte, Kultur und die europäische Perspektive des Landes.

Bosnien und Herzegowina ist seit Dezember 2022 offizieller Beitrittskandidat der Europäischen Union. Nachdem das Land bereits 2016 den Antrag auf EU-Mitgliedschaft gestellt hatte, beschloss der Europäische Rat im März 2024 die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen.

Erste Station der Reise war die Hauptstadt Sarajevo. Dort setzte sich die Gruppe mit bedeutenden Kapiteln europäischer Geschichte auseinander. Besucht wurde unter anderem der Ort des Attentats vom 28. Juni 1914, bei dem der österreichisch-ungarische Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau Sophie von dem bosnisch-serbischen Nationalisten Gavrilo Princip erschossen wurden. Das Ereignis gilt als Auslöser des Ersten Weltkriegs. Weitere Themen waren die Olympischen Winterspiele 1984 sowie der Bosnienkrieg von 1992 bis 1995 infolge des Zerfalls Jugoslawiens.

Im weiteren Verlauf führte die Reise nach Travnik, der ehemaligen Hauptstadt des Landes und Geburtsort des Literaturnobelpreisträgers Ivo Andrić. Beeindruckende Natur- und Kulturerlebnisse boten die historische Stadt Jajce mit ihrem mitten im Zentrum gelegenen Wasserfall sowie der Nationalpark Una mit seinen weitläufigen Kaskaden und dem spektakulären Wasserfall Štrbački Buk.

Anschließend reiste die Gruppe in den Südosten des Landes nach Mostar. Die UNESCO-Welterbestadt ist vor allem für die weltberühmte Brücke Stari Most bekannt, die als Symbol für Versöhnung und Zusammenleben gilt. Den Abschluss der Informationsreise bildete der Besuch des Derwischklosters Tekija in Blagaj, einer der bedeutendsten kulturellen Sehenswürdigkeiten des Landes.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich einig, dass solche Informationsreisen einen wichtigen Beitrag zum gegenseitigen Verständnis, zur Völkerverständigung und zur europäischen Integration leisten. Entsprechend groß ist bereits die Vorfreude auf die nächste Reise der AG Donauraumstrategie.

Foto: Europa-Union,
Links Werner Henn, ganz rechts ehemalige OB Margret Mergen.