Surf on, Europe! Enzkreis, Pforzheim und Europa-Union feiern gemeinsam 40 Jahre Europatag

Bildunterschrift zu Surf on 1/2026:
Von rechts: Oberbürgermeister Peter Boch, Anna Fischer (Blackforestwave), Anna-Lena Beilschmidt (Europabeauftragte Stadt Pforzheim), Filmemacher Lukas Steinbrecher, Dr. Sunita Vimal (Europa-Union Pforzheim-Enzkreis), Jonathan Eichhorn (Blackforestwave), Christine Müh (Kommunales Kino) sowie die Europa-Beauftragten des Enzkreises Jürgen Hörstmann, Stefanie Frey und Sabine Burkard.

„Der 9. Mai ist bei uns zwar kein gesetzlicher Feiertag, aber ein besonderer Grund zum Feiern“, sagt Dr. Sunita Vimal, Vorsitzende der Europa-Union Pforzheim-Enzkreis. Am 9. Mai 1950 verkündete der französische Außenminister Robert Schuman seine Idee, um den Frieden in Europa dauerhaft zu sichern. Heute steht der Europatag für Einheit in Vielfalt, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Freiheit.

Darauf bezog sich auch der Film, zu dem der Enzkreis, die Stadt Pforzheim und die Europa-Union anlässlich des Tages ins Kommunale Kino eingeladen hatten: „Surf on, Europe!“ betont vor allem das Versprechen von Freiheit ohne Grenzen. Dass dies aktuell in Gefahr sei, betonte Oberbürgermeister Peter Boch in seiner Begrüßung ebenso wie Landrat Bastian Rosenau in der Moderation des anschließenden Podiumsgesprächs mit dem Regisseur Lukas Steinbrecher, Jonathan Eichhorn von der „Blackforestwave“ und Sunita Vimal. „Die Surfer-Community ist einfach international“, meinte Eichhorn – zumal man als Deutscher fast immer reisen müsse, um den Sport auszuüben.

„Wir sind seit Jugendzeiten begeisterte Surfer und hatten schon lange vor, einen Film über unsere Leidenschaft zu machen“, berichtete Steinbrecher. Allerdings habe man mehr als schöne Bilder produzieren wollen: „Wir wollten eine Geschichte erzählen, eine Botschaft transportieren – dass Europa uns viele Möglichkeiten gibt, dass man sich aber auch bewegen muss, um sein Ziel zu erreichen.“ Dafür stehen die Protagonisten des Dokumentarfilms: Rosy aus Nordirland, der trotz der durch den Brexit aufgeworfenen Probleme für seinen Traum kämpft, hauptberuflich Surfbretter zu bauen. Der Marokkaner Majid, der in Spanien hart dafür arbeitet, alle Forderungen der Behörden zu erfüllen, um seine Familie nachholen zu können. Und die Französin Margaux, die mit zwei Freundinnen aus dem Stand das erste LGBTQ-Surffestival in Biarritz organsiert.

Was sich in Europa verbessern müsse, fragte Bastian Rosenau am Ende der kurzweiligen Gesprächsrunde. „Es gibt zu viel Papierkram, zum Beispiel wenn man zum Arbeiten ins Ausland geht“, sagte ein Zuschauer. Sunita Vimal pflichtete dem aus eigener Erfahrung bei und fügte an: „Pforzheim ist eine sehr europäische Stadt, das wollen wir als Europa-Union noch viel stärker ins Bewusstsein rücken.“ „Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht zurückbewegen, die Tendenzen sind da“, meinte Jonathan Eichhorn. „Jede und jeder von uns kann etwas tun, wenn er Dinge ändern will – auch das wollten wir mit unserem Film zeigen“, lautete das Fazit von Regisseur Lukas Steinbrecher.

Über den Europatag:

Im Jahr 1985 erklärten die europäischen Staats- und Regierungschefs den 9. Mai zum Europatag. Gleichzeitig entschieden sie, dass die 12 goldenen Sterne auf blauem Grund zur offiziellen Flagge der Staatengemeinschaft werden sollten und die „Ode an die Freude“ von Ludwig van Beethoven zur Europahymne. Erstmals gefeiert wurde der Europatag ein Jahr später, weshalb 2026 das 40. Jubiläum des Europatags und der Europaflagge als Symbole der EU gefeiert werden.