Es zeigt sich immer deutlicher, dass die europäischen Staaten die großen Herausforderungen unserer Zeit nur gemeinsam bewältigen können und es in der globalisierten Welt zur Einheit Europas keine zukunftsweisende Alternative gibt. Angesichts fundamentaler Krisen stellt sich den Bürgern der EU jedoch die Frage, ob und wie die Staatengemeinschaft die Herausforderungen meistern kann.

 

 

Der langjährige Landesgeschäftsführer der Europa-Union, Hans-Dieter Teske, hat am 2. Mai 2017 in einem Vortrag in Bad Liebenzell den beispiellosen Integrationsprozess nachgezeichnet und die für die weitere Entwicklung der EU bedeutsamen Konstruktionsmängel in den Verträgen von Maastricht und Lissabon beleuchtet.

Die Europäische Union müsse nicht nur enger zusammenrücken, um der steigenden Unzufriedenheit mit den politischen Institutionen und Entscheidungen sowie dem erschütterten Glauben an die Zukunft der Staatengemeinschaft entgegenzuwirken. Die Mitgliedsstaaten müssten auch bereit sein, auf weitere Teile ihrer Souveränität zu verzichten und Brüssel in den wichtigen Politikbereichen weitere Kompetenzen einräumen. Der Brexit, der Wechsel im Weißen Haus und die Entwicklung in der Türkei seien zwar besorgniserregend, würden aber auch eine Chance für die weitere Integration bieten.