Der langjährige baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel war auf Einladung des Kreisverbands Zollernalb nach Geislingen bei Balingen gekommen. Unter dem Titel "Europa von Kopf auf die Füße stellen" plädierte er in seinem Festvortrag für eine Rückbesinnung auf die europäische Idee und ihre Errungenschaften. Er erinnerte an die Kriege, die Europa im Laufe der Geschichte erschütterten. Diese Spirale der Gewalt sei erst durch die europäische Einigung gestoppt worden, so Teufel. Nun müsse alles getan werden, damit ein starkes und einiges Europa den Frieden auch dauerhaft bewahren könne. Zudem müssten auch die Freiheiten des Binnenmarkts geschützt werden. Europa müsse sich um die großen Fragen der Zeit kümmern, sich jedoch bei vielen Kleinigkeiten heraushalten. Das Prinzip der Subsidiarität müsse wesentlich stärker beachtet werden. Ausgehend von den Gemeinden, über das Land, den Bund bis hin zu Europa müsse es einen Vorrang für die jeweils untere Ebene geben. Mit Blick auf die Flüchtlingskrise plädierte Teufel für ein größeres Engagement zur Bekämpfung von Fluchtursachen und einem besseren Schutz der Außengrenzen. 

Bürgermeister Oliver Schmid begrüßte den ehemaligen Ministerpräsident für die Stadt Geislingen und betonte, dass Geislingen sich als europäische Stadt verstehe und neben der bestehenden Partnerschaft mit dem französischen Ruoms eine weitere Partnerschaft mit einer italienischen Stadt anstrebe. Für die Europa-Union dankte der Stellv. Landesvorsitzende Florian Ziegenbalg dem ehem. Ministerpräsident Teufel für sein Engagement in Sachen Europa und verwies darauf, dass die europäische Idee wieder verstärkt an Wertschätzung erhalte.

Neben Landrat Günther-Martin Pauli waren auch Bundestagsabgeordneter Thomas Bareiß und weitere Bürgermeister zur Veranstaltung gekommen. Kreisvorsitzende Heide Pick konnte auch aufgrund der vielen Gäste eine positive Bilanz des Abends ziehen.