Zusammen mit dem Donaubüro Ulm und dem Europa Zentrum Baden-Württemberg veranstaltete die AG Donaustrategie eine Podiumsdiskussion zur Frage des bürgerschaftlichen Engagements im Rahmen der Donaustrategie, insbesondere mit Blick auf Rumänien. Im Ulmer Haus der Donau diskutierten hierzu Elisabeth Jeggle MdEP, Erster Bürgermeister Günther Czisch (Ulm), Martin Rill (Donaubüro) und Werner Henn (AG Donau) unter der Leitung des Direktors des Europa-Zentrums Florian Setzen. Europaabgeordnete Elisabeth Jeggle wies darauf hin, dass bereits im Vorfeld der eigentlichen EU- Donaustrategie viele Initiativen und persönlichen Kontakte bestanden hätten, die den Donauraum etwa von der Ostsee- Kooperation abheben würde. Angesichts der Sparanstrengungen und Konsolidierungsbemühungen sei für die EU-Förderung angemessen, aus den vorhandenen Fonds zu schöpfen und nicht nach immer neuen Mitteln zu rufen. Sie sei optimistisch, dass sich in der neuen Förderperiode auch die Bedingungen für die Förderung von Donauprojekten verbessern würden. Jetzt seien die Regionen gefragt, bei den anstehenden Verhandlungen über den EU- Finanzrahmen ihre Vorstellungen einzubringen. Die Donaustrategie habe bereits viel Positives bewirkt. Für die Zukunft gelte es, sie zum Aufbau von Wohlstand im Donauraum zu nutzen. Für die Stadt Ulm betonte Erster Bürgermeister Czisch, dass 2012 ein wichtiges Jubiläumsjahr für den Donauraum darstelle, denn es jähre sich der Aufbruch der Ulmer Schachteln zum 300. mal. Im 18. Jahrhundert noch seien die Menschen aus Süddeutschland vor Armut gen Osten geflüchtet, heute stelle sich die Situation ganz anders dar. Insbesondere nach dem 2. Weltkrieg seien viele Vertriebene und Flüchtlinge aus Gebieten entlang der Donau nach Ulm gelangt. Auch hierin liege ein wichtiges Fundament für die heutige Zusammenarbeit entlang der Donau. Nicht die Ostseestrategie sei das eigentliche Vorbild sondern die grenzüberschreitende Zusammenarbeit am Rhein, so Czisch. Für Ulm gebe es ein besonderes Anliegen: die kommunale Selbstverwaltung in den anderen Donau- Anrainerstaaten zu stärken. Ein weiteres wichtiges Thema sei die Achtung von Minderheitenrechten und die gelebte Toleranz. Hier gebe es entlang der Donau noch viel Entwicklungspotenzial. Probleme bereite nicht das mangelnde Geld sondern die unzureichenden Verwaltungs- kapazitäten in vielen Staaten. Martin Rill berichtete über die Situation in Rumänien. Das Land sei geografisch und historisch Mitteleuropa zuzuordnen. Die Überwindung der Folgen des Kommunismus hätten in Rumänien sehr lange gedauert. Erst ab dem Jahr 2001 habe eine wirtschaftliche Erholung eingesetzt.

 

15.06.2012 | 1899 Aufrufe