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Wir Europäer müssen zusammenstehen – nur gemeinsam sind wir stark

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LUDWIGSBURG. Die Zukunftsfähigkeit der Europäischen Union (EU) stand am Dienstagabend bei einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung im Großen Sitzungssaal des Kreishauses im Mittelpunkt. Der CDU-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Bundestagsausschusses für die Angelegenheiten der Europäischen Union, Gunther Krichbaum, sprach dort auf Einladung des Kreisverbands der Europa-Union und des Landkreises. „Wir brauchen Mut, nicht Kleinmut in der EU, um die Zukunft für uns zu meistern. Wir Europäer müssen zusammenstehen – nur gemeinsam sind wir stark“, appellierte er an die Zuhörer.

Europäische Idee braucht frische Luft

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Tuttlingen (pm). Kann ein Kontinent eine Seele haben? Diese Frage stand im Mittelpunkt der gemeinsamen Vortragsveranstaltung der Evangelischen Kirchengemeinde und der überparteilichen Europa-Union Tuttlingen in der Evangelischen Stadtkirche. Dr. Dieter Heidtmann, Pfarrer und Politikwissenschaftler, gab in seinem spannenden Vortrag hierauf eine Antwort.

 Dr. Dieter Heidmann

„Am Anfang der Geschichte Europas steht ein Traum: Als der Göttervater Zeus die liebliche Europa, die Tochter Asiens, entdeckt, ist er von ihrer Schönheit ganz hingerissen und entführt sie mit den Worten: ‚Sei unbesorgt, du Schöne, denn einer herrlichen Zukunft trage ich dich entgegen‘. So beginnt Pfarrer Heidtmann, gleichzeitig Leiter des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (KDA) Baden, mit seinen Ausführungen. Er spannt einen Bogen über die historischen Wegmarken in der Geschichte Europas, gespickt mit philosophischen Ansätzen und zeigte dabei auch auf, welche Rolle die Reformation der Kirche dabei spielte.

Der Traum eines geeinten Europas, das gemeinsam für Frieden, Freiheit und Wohlstand steht, sei Realität geworden, und zwar in einem Maße, wie es sich Robert Schuman es sich seinerzeit nicht hätte träumen lassen. Die Union sichere, manchmal auch gegen schwierige nationale Interessen, Demokratie und Rechtstaatlichkeit in der EU. Innerhalb der EU seien die Grenzen für Bürgerinnen und Bürger, Güter und Dienstleistungen in hohem Maße abgebaut worden, was in vielen EU- Staaten nach dem Krieg zu einem Wohlstand geführt habe, der 1950 vollkommen unvorstellbar war. Dennoch stagniere seit einigen Jahren die innere Entwicklung Europas, weshalb die EU nur mit Krisen wahrgenommen werde. Dies habe drei Ursachen: Erstens eine falsche Selbstverständlichkeit, dass die Errungenschaften der EU als selbstverständlich genommen werden. Zweitens gäbe es offene soziale Fragen. Eine Ausgrenzung vom Wohlstand führe zur Entsolidarisierung. Und drittens herrsche nach Ansicht Heidtmanns eine gewisse Mutlosigkeit in der Politik. Auch daher müsse man Europa eine Seele geben, die die „Zusammensetzung der Teile“ bewirke.

Das, was Europa im Innersten zusammenhält, sei die Seele Europas, so der Pfarrer. Und auch im EU-Vertrag von Lissabon in der Präambel sowie in den Artikeln zwei und drei sei diese Seele niedergelegt: die Verpflichtung zur Gleichheit, Freiheit und Einhaltung Menschenrechte, welche aus dem religiösen humanistischen Erbe abgeleitet werde. Doch mit rein juristischer Expertise oder wirtschaftlichem Know-how werde Europa keinen Erfolg haben. Daher bedürfe es „frischer Luft für die europäische Idee“, wie es Jacques Delors bereits 1992 auf einer Tagung der Konferenz Europäischer Kirchen formuliert habe. Hier sind neben den Kirchen auch Gewerkschaften und jeder Einzelne gefordert, damit Europa nicht auseinander bricht: Menschen sollten zusammenkommen und sich begegnen.

Pfarrer Jens JungingerZuvor hatten der Tuttlinger Pfarrer Jens Junginger sowie die Kreisvorsitzende der Europa-Union, Wencke Weiser, die Zuhörer begrüßt und sie auf den anregenden Vortrag eingestimmt. Abschließend wurde noch intensiv diskutiert und Ideen ausgetauscht, wie gerade in der jüngeren Generation wieder mehr multilaterale Begegnungen organisiert werden können und ein das Projekt Europa neu beseelt werden könnte.

Das Herz Europas schlägt auch in Geislingen

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NWZ / Heike Siegemund Bewegung: Am verkaufsoffenen Sonntag versammelten sich mehr als 200 Menschen, um für Europa Flagge zu zeigen. Es war eine bewegende Kundgebung.

Das Leben pulsierte am gestrigen Sonntag in Geislingen: Nicht nur, dass der verkaufsoffene Sonntag zahlreiche Menschen bei bestem Frühlingswetter in die Fünftälerstadt lockte. Auch zur Bürgerinitiative „Pulse of Europe“ kamen mehr als 200 Menschen, die für ein geeintes und demokratisches Europa stehen und die fahnenschwenkend vor dem Geislinger Rathaus für Europa Flagge zeigten.

Es war eine bewegende Kundgebung, die auf Anregung der GEISLINGER ZEITUNG von der Europa-Union unter dem Vorsitz von Wangens Bürgermeister Daniel Frey organisiert worden war. Die Initiatoren hatten Textblätter verteilt, und so sangen die Demonstranten zum Abschluss der einstündigen Veranstaltung voller Inbrunst die Europa-Hymne: „Freude, schöner Götterfunken, Tochter aus Elysium…“, schallte es durch die Fußgängerzone. Den Ton gaben dabei die „Stadtratten“ um Bernhard Lehle, Bettina Maschke und Roland Funk, Stefan Wich und Susanne Gmelin von der Städtischen Musikschule sowie Ottmar Dörrer an.

Zuvor hatten mehrere Redner betont, wie wichtig es im Hinblick auf die derzeitigen weltpolitischen Herausforderungen sei, sich für ein gemeinsames Europa stark zu machen. Stolz ob der vielen Leute, die den Puls Europas in Geislingen schlagen ließen, war GZ-Redaktionsleiter Michael Rahnefeld. Von Geislingen müssten positive Nachrichten ausgehen, habe Oberbürgermeister Frank Dehmer gefordert. „Dies geschieht am heutigen Tag“, freute sich Rahnefeld. Er ermunterte die Zuhörer: „Treten Sie für Europa ein, wo immer sich die Gelegenheit bietet, damit uns lange der Frieden erhalten bleibt.“

„Stolz und sehr bewegt“ zeigte sich auch Daniel Frey. Ihn begeistere es, dass sich dieser Tage so viele Menschen in unterschiedlichen Städten auf Marktplätzen versammelten, um ein Zeichen für Europa zu setzen. „Wir zeigen, dass wir nicht länger die schweigende Mehrheit sind. Wir wollen ein buntes und gemeinsames Europa“, rief der Wangener Bürgermeister den Demonstranten zu.

„Die Menschen machen sich Sorgen über die weitere Entwicklung“, gab Landrat Edgar Wolff zu bedenken. Die 27 Staaten der EU seien sich in Bereichen wie der Flüchtlingsunterbringung uneins und zeigten sich nicht solidarisch. Darüber hinaus erstarke der Populismus. Trotzdem müsse man sich bewusstmachen, welch‘ hohen Stellenwert Europa habe – gerade in diesem Jahr, in dem die EU ihren 60. Geburtstag feiere. „Europa ist das größte Friedens- und Freiheitsprojekt“, betonte der Landrat. „Heute setzen wir von Geislingen aus ein laut hör- und sichtbares Signal für Europa.“

Geislingens Oberbürgermeister Frank Dehmer betonte, dass es nicht selbstverständlich sei, an einem verkaufsoffenen Sonntag auch ein politisches Statement abgeben zu können. Er freute sich darüber, dass der Sterneverein die Aktion unterstützte und dass so manche Geschäftsinhaber ihre Läden mit Europafähnchen geschmückt hatten.

„Was wir hier heute sehen und erleben, ist eine wichtige Botschaft“, verdeutlichte auch die CDU-Landtagsabgeordnete Nicole Razavi. Es sei nicht selbstverständlich, dass so viele Menschen für Europa auf die Straße gehen. Angetan zeigte sich die Politikerin auch von den Plakaten der Demonstranten, auf denen zum Beispiel zu lesen war: „Gutes entsteht aus Freundschaft – Böses entsteht aus Fanatismus“.

Ans Mikrofon trat auch ein 17 Jahre alter Schüler aus Deggingen: Nicolas Knoblauch hatte sein Buch „Stauferkind“ Europa gewidmet und gehört beim Wettbewerb des Landes „Rede für Europa“ zu den diesjährigen Preisträgern. „Wir brauchen ein Europa der Menschen“, sagte er und forderte: „Das Herz Europas muss weiter schlagen – stärker als je zuvor.“

 

Oettingers Kampf für Europa

Image: Oettingers Kampf für Europa

Die Besucher bereiteten EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger einen herzlichen Empfang.

NWZ / Joa Schmid | 03.04.2017: Brez’n, Weißwürste und bayerisches Bier: Es war ein bisschen so, als hätte sich EU-Kommissar Günther Oettinger bei seinem Besuch am Samstag in Göppingen auf exterritoriales Gebiet begeben. Der Weißwurstfrühschoppen, den der Kreisverband der Europa-Union mit Unterstützung der Göppinger Kreissparkasse und der Volkshochschule in der Gaststätte „Andechser“ am Schillerplatz veranstaltet hatte, sorgte bei den rund 100 Besuchern aber nicht nur für Oktoberfeststimmung. Auch wenn die lokale Prominenz – darunter OB Guido Till, Landrat Edgar Wolff, dessen Vorgänger Franz Weber, Kreissparkassen-Chef Dr. Hariolf Teufel, VHS-Leiter Wolfgang Merkle und die Landtagsabgeordneten Alex Maier und Peter Hofelich – teilweise im Trachtenlook erschienen war und die Kellnerinnen im Dirndl bedienten. Das Thema war einfach zu ernst. Wie ernst, darauf machte der Vorsitzende der Europa-Union im Kreis, Daniel Frey, schon bei der Begrüßung aufmerksam: Großbritannien hatte am vergangenen Mittwoch formal seinen EU-Austritt erklärt, Flüchtlings- und Eurokrise sind nach wie vor akut, Populismus und Nationalismus bedrohen die Europäische Union.

Gleichwohl gab sich Günther Oettinger, der sich um 30 Minuten verspätet hatte, kämpferisch. „Ich bin sicher, das europäische Projekt hat 2016 seine Talsohle durchschritten“, betonte der EU-Kommissar. Als Indizien dafür nannte Oettinger die Wahlen im Saarland und in den Niederlanden, bei denen Populisten eine Abfuhr erteilt worden war. Zudem stimme ihn hoffnungsfroh, dass mit Angela Merkel, die er bevorzuge, und Martin Schulz zwei Pro-Europäer ins Rennen um die Kanzlerschaft gingen. Auch Cem Özdemir von den Grünen und FDP-Chef Christian Lindner seien für Europa.

„Wir haben Frieden exportiert und wir haben Werte exportiert“, betonte Oettinger mit Blick auf die deutsche Wiedervereinigung und auf das schnelle Wachsen der EU auf 28 Mitgliedsstaaten. „Autokratie Marke Erdogan, Autokratie Marke Putin“ oder irrlichternder Autokratie, wie sie derzeit im Weißen Haus als Gespenst umgehe, erteilte der ehemalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg eine klare Absage. Dabei sei nicht ausgemacht, ob die Wertegemeinschaft der EU aus Demokratie, Rechtsstaatlichkeit Gewaltenteilung und Meinungsfreiheit bestehen bleibe.

„Wir haben Gegner im Äußeren und wir haben Schwächen im Inneren, die aus Nationalismus und Populismus bestehen“, erklärte Oettinger und kritisierte „Regierungen, die das europäische Projekt schlechtmachen, Warschau oder Budapest.“ Der Frieden sei keineswegs garantiert, sagte Oettinger und erinnerte an den Balkankrieg. Ohne EU-Mitgliedschaft wäre der seiner Ansicht nach längst wieder im Gange. „Ich sage Ihnen, es ist fünf vor zwölf, das interessiert in Deutschland nur keine Sau.“

Unverständnis äußerte Oettinger über den EU-Ausstieg der Briten, die vom europäischen Binnenmarkt, dem mit „500 Millionen Einwohnern größten Marktplatz der Welt“, doch enorm profitiert hätten.

Delegation aus Baden-Württemberg beim March for Europe in Rom

Image: Delegation aus Baden-Württemberg beim March for Europe in Rom

Eine Delegation der Jungen Europäer - JEF Baden-Württemberg und weitere Mitglieder verschiedener Kreisverbände der Europa-Union beteiligten sich am "March for Europe" der Europaverbände in Rom. Aus Anlass der Feierlichkeiten des 60. Jahrestags der Unterzeichnung hatten die Europaverbände zu einer großen Versammlung nach Rom eingeladen. Rund 20.000 Europäer aus ganz Europa beteiligten sich an dieser Aktion. Die Kundgebung und der anschließende Zug der Pro-Europäer stellte auch zahlenmäßig die Demonstrationen der Europa-Gegner an diesem Tag in Rom in den Schatten. 

Wir sind Europa!

Image: Wir sind Europa!

Über 80 Unionsbürger und in Europa lebende Menschen folgtem dem Ruf der Europa-Union Heilbronn und versammelten sich zu einer Feierstunde anlässlich 60 Jahre Römischer Verträge in den Räumlichkeiten der ZEAG Energie AG, um sich aus erster Hand über die aktuelle Lage Europas informieren zu lassen und um, durch ihre Anwesenheit, ein Zeichen für unser Europa zu setzen. Die beiden Heilbronner Kreisvorsitzenden von Europa-Union und JEF waren darüber erfreut, dass kaum Stühle leerblieben und sogar zusätzliche Stühle bereitgestellt werden mussten.

March for Europe in Baden-Baden

Image: March for Europe in Baden-Baden

Auf Initiative der Kreisverbandes der Europa-Union Baden-Baden/Rastatt, versammelten sich am Samstag, 25. März 2017 vor dem international bekannten Festspielhaus rund zweihundert europabegeisterte Einwohner der Region, die mit blauen Fahnen, Luftballons und Europawimpel. Werner Henn, der Vorsitzende des Kreisverbandes eröffnete punkt zwölf die Veranstaltung mit einer eindringlichen Mahnung an die Teilnehmer: "Wir dürfen nicht zulassen, dass Europa nicht an die Wand gefahren wird" und erinnerte an die 60 Jahre anstrengende Aufbauarbeit, die von den Römischen Verträgen über die Montanunion, der EWG über die EG zur heutigen Union führten. Die Oberbürgermeisterin der Stadt, Magret Mergen, selbst Mitglied der Europa-Union, schloss sich den Worten des Vorsitzenden an und erinnerte an die historische Tradition Baden-Badens als internationalen Treffpunkt und Ort des deutsch-fanzösischen Freundschafts- und Friedensabkommens. Sie warnte auch vor nationalistischen Strömungen, "die Europa ins tiefste Mittelalter" zurückschlagen könnten. Schülerinnen und Schüler der "Klosterschule vom Heiligen Grab" brachten sehr persönliche, emotionale Satements zur Ausdruck und veranlassten ihrem ehemaligen Lehrer Stefan Lutz-Bachmann, Mitglied des Kreisvorstandes der Europa-Union, zum Bekenntnis: "Wir werden alles tun um Euch ein friedliches Leben in Europa zu garantieren".

Herzlich willkommen auf den Internetseiten der Europa-Union Baden-Württemberg!

Die Europa-Union Baden-Württemberg ist eine der Untergliederungen der Europa-Union Deutschland und eine überparteiliche Bürgerbewegung im europaweiten Netzwerk der Union Europäischer Föderalisten (UEF), die sich seit mehr als 60 Jahren für ein geeintes, demokratisches Europa in Frieden, Freiheit und Wohlstand einsetzt.

Die Europa-Union Baden-Württemberg will durch Information über politische, gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen in Europa, durch Werbung für Toleranz und Völkerverständigung zwischen den europäischen Völkern und durch Förderung der Kontakte zu unseren europäischen Nachbarn die existenzielle Bedeutung des europäischen Integrationsprozesses verdeutlichen und die Bürger von der Notwendigkeit eines persönlichen Engagements für das neue Europa überzeugen.





Die Europa-Union Baden-Württemberg:

  • greift europäische Themen auf und veranstaltet hierzu im Zusammenwirken mit den politischen und gesellschaftlichen Akteuren des Landes Vortragsabende, Diskussionsforen, Kongresse, Verbands- und Fachseminare,
  • ist Ansprechpartner der Bürger und vertritt die europapolitischen Interessen in den Parlamenten und bei den Regierungen,
  • informiert die Öffentlichkeit auf Kundgebungen und bei Straßenaktionen über europäische Entwicklungen und Perspektiven,
  • veranstaltet Informationsreisen zu den europäischen Einrichtungen in Brüssel, Straßburg und Luxemburg und stellt Kontakte zu den Parlamentariern des Landes her,
  • fördert durch kulturelle Veranstaltungen und Reisen in andere europäische Länder den Kontakt zwischen den Bürgern Europas und das Verständnis für andere Völker und Kulturen,
  • berichtet im Rahmen ihrer Öffentlichkeitsarbeit über wichtige europäische Ereignisse und Entwicklungen.